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Karen Gloy

Prof. Dr. Dr. h.c. Karen Gloy

Dozentin

  • Geb. 1949, Studium der Philosophie, Germanistik, Literaturwissenschaft, Physik und Psychologie.
  • 1974 Promotion und 1980 Habilitation in Heidelberg.
  • 1985-2007 Ordinaria in Luzern (Schweiz). Gastprofessuren und -dozenturen in aller Welt. Gegenwärtig Lehraufträge an der Ludwig-Maximilians-Universität München und am Humboldt-Studienzentrum Ulm.

Arbeitsschwerpunkte:

Geschichte der Philosophie, Naturphilosophie (Raum/Zeitproblematik), interkulturelle Philosophie.

Veröffentlichungen:

u.a.

  • „Einheit und Mannigfaltigkeit“. Systematische Untersuchungen zum Einheits- und Mannigfaltigkeitsbegriff bei Platon, Fichte, Hegel sowie in der Moderne, Berlin 1981.
  • „Das Verständnis der Natur“, 2 Bde. München 1995-1996.
  • „Zeit“. Eine Morphologie. Freiburg/ München 2006.
  • „Vernunft und das Andere der Vernunft“, Freiburg/München 2001.
  • „Wahrnehmungswelten“, Freiburg/München 2011.
  • „Unter Kannibalen“, Eine Philosophin im Urwald von Westpapua, Darmstadt 2010.
  • „Kulturüberschreitende Philosophie“. Das Verständnis unterschiedlicher Denk- und Handlungsweisen, München 2012.
  • „Komplexität“. Ein Schlüsselbegriff der Moderne, München 2014.
  • "Wahrheit und Lüge" 2019
    Seitdem der gegenwärtige amerikanische Präsident Donald Trump über Twitter seine Fake News in die Welt hinausschleudert und eine ganze Generation von Institutionen ins Leben gerufen hat, die sich mit dem Faktencheck befassen, ist das Problem von Wahrheit und Lüge wieder auf die Tagesordnung gesetzt. Lassen sich Unwahrheiten überhaupt dekuvrieren, obgleich man weiß, wie abhängig Statistiken von den Rahmenbedingungen sind, unter denen sie angestellt werden. Dennoch scheint Wahrheit die unaufgebbare Voraussetzung für Lüge zu sein, denn wie anders sollte man Lügen als absichtliche Verhüllung und Verstellung von Tatsachen aufweisen. Gleichwohl scheint der Wahrheitsausweis, die Übereinstimmung einer Aussage mit dem Sachverhalt, nicht einlösbar zu sein, da die Sache immer schon unter sprachlichen Bedingungen und deren metaphorischer Verschiebung steht und nicht direkt erfassbar ist, so dass man mit Nietzsche sagen kann, wenn man Sprache verstehen und gebrauchen will, muss man mit Vorbedacht lügen – lügen im außermoralischen Sinne.
  • "Alterität", 2019
    Schien mit der Verabschiedung der Postmoderne und ihres Hauptanliegens, der Instantiierung einer Pluralität, Heterogenität und Relationalität die Frage nach der Andersheit definitiv gelöst zu sein so stand das Problem plötzlich konkret mit den Flüchtlingsströmen und den Fremden, den Andersgläubigen und anders sich Verhaltenden, die in unser Land strömten, wieder auf der Tagesordnung und zeigte, dass es weder gelöst noch hinreichend analysiert war. Im vorliegenden Buch steht das Andere in allen seinen Facetten zur Disposition: angefangen von den Anderen im intersubjektiven und interpersonalen Diskurs, über das Andere im Spiegelbild und in der Psychoanalyse, wie Lacan sie versteht mit seiner These, dass das Ich stets ein Anderer bzw. Anderes sei (l’ ego c’est l’autre), weiter über das ganz Andere, wie es in der negativen Theologie begegnet, und das sub- und hyperrationale Andere, wie es der Sinnlichkeit und Metaphorik unserer Sprache zukommt, bis zum Post- und Transhumanen, auf das die moderne Technik- und Technologieentwicklung zusteuert.